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Sind Züchtungen gut oder schlecht?

Autor: Tobias / vom 21. Mai 2017

Seit dem 2. Weltkrieg werden Pflanzen und Tiere so massiv und radikal umgezüchtet, dass die Gesundheits-, Nährstoff- und Geschmacksqualität oftmals entscheidend beeinträchtigt wurde. Wir kennen das von Wassertomaten, modernem Glutenweizen und vielen anderen Lebensmitteln, die nach nichts mehr schmecken und zunehmend für viele Menschen unverträglich sind.

 

 

Natürlich haben die Erfolge mit Züchtungen und dem standardisierten Anbau geholfen den Hunger zu bekämpfen. Andererseits produzieren wir heute so viele Agrarprodukte, dass wir Märkte in Afrika durch unsere subventionierten Billigexporte kaputt machen. Wir selber leben im Überfluss, schmeißen Unmengen an Lebensmitteln weg und die, die wir essen sind oft inhaltslos.

 

Kein Geschmack und keine wertvollen Pflanzenstoffe sowie übermäßig viel Gluten und andere unverträgliche Stoffe. Dem gegenüber hat sich ein Trend entwickelt, der alles Alte bewahren möchte. Urananas, Urdinkel oder alte Birnensorten. Die sind oft schwer zu ernten oder ertragsschwächer und damit meist doppelt so teuer. Dafür erleben wir, wie Ananas oder Tomaten tatsächlich schmecken oder das wir Getreide essen können, ohne Abwehrreaktionen des eigenen Immunsystems zu erleiden. Die Frage, die sich also stellt ist, ob die Rettung der Geschmackswelt in einer radikalen Rückbesinnung auf alten Sorten liegt? Müssen wir das Alte konservieren, um gute Lebensmittel zu bekommen?

 

Bereits beim Formulieren dieser Frage bekomme ich ein ungutes Gefühl. Ist nicht Entwicklung bzw. Evolution von ständiger Erneuerung und Weiterentwicklung geprägt? Auch diese alten Sorten sind nicht einfach von Gott, Allah oder wem auch immer auf der Erde ausgesät worden. Sie sind Ergebnise menschlicher Züchtung über Jahrtausende hinweg. Die wirklich wilden Gräser von vor 12.000 Jahren hätten nur schwerlich kulturelle Höchstleistungen ermöglicht, wie sie in Ägypten oder Mesopotamien entstanden sind. Dazu bedurfte es einer langen Selektion und Auslese, die die Erträge gesteigert hat.

 

Erst seit wir hyperaktiv auf Pestizid- und Düngeverträglichkeit (z.B. Mais, Soja) oder auf Lagerfähigkeit (z.B.Tomaten) und extreme Ausbeute (z.B. moderner Weichweizen) züchten, gehen auch extrem viele positive Eigenschaften von Pflanzen verloren. Wichtige Inhaltsstoffe und Geschmack, der uns heute fehlt. Und mit Gentechnik sind die Züchtungszeiträume so klein geworden, dass wir die Folgen gar nicht mehr überblicken können.

 

Vielleicht müssen wir die Mitte finden zwischen Paleo-Retro-Romantik, die sich die gute alte Zeit schönredet, und den extremen Gentechnikexperimenten, die behaupten den Hunger der Welt zu bekämpfen. Wie wäre es, wenn wir vor allem bei den Zielen der Züchtung einen neuen Maßstab anlegen zu geschmacklich und gesundheitlicher Diversität?

 

Bei der Dinkelzüchtung gibt es auch Züchter die vor einer Monokultur aus alten Sorten warnen, die eventuell an neue Schädlinge und das sich verändernde Klima nicht gewohnt sind. Diversität heißt also nicht unbedingt nur alte Sorten zu erhalten, sondern eben diese auch mich bedacht weiterzuentwickeln. Leben heißt Entwicklung, Stillstand ist der Tot.

Wo liegt jedoch der Unterschied zwischen Dinkel und UrDinkel? Das könnt ihr hier nachlesen.

 

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