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Sauer schmecken

Autor: Tobias / vom 4. September 2016

 

Bartolomeo Bimbi Zitronen Bild 
( Bartolomeo Bimbi, 1715)

 

Wenn wir auf die Welt kommen, dann schmeckt die erste Nahrung, die Muttermilch, weder bitter noch sauer. Wir schmecken in ihr vor allem das Umami wegen der wichtigen Proteine, die Süße wegen nährstoffreichen Kohlenhydraten und das Salzige wegen der Mineralstoffe. Alle drei Stoffe sind lebensnotwendig. Würden wir auf diese verzichten, würden wir sehr schnell an Mangelerscheinungen leiden.

 

 

Bei Bitter und Sauer ist nicht sofort klar, warum wir es eigentlich essen sollten. Ist es nicht eher sogar so, dass uns unser Verstand bei Saurem eindringlich warnt? Viele Dinge, die sauer schmecken, sind verdorben oder schlecht, wie Milch, Fleisch oder auch Früchte. Evolutionär verbinden wir mit Bitterem und Saurem sehr heftige Warnmeldungen. Außerdem wird viel davon gesprochen, dass unsere Ernährung uns sowieso übersäuert.

 

 

Bitter und Sauer sind also Geschmacksqualitäten, die wir zunächst erlernen müssen. Wir lieben sie nicht von Haus aus, wobei die meisten Menschen in ihrem Leben früher oder später lernen, dass Saures sehr wohl gut schmeckt und auch nahrhaft sein kann.

 

 

Eines vorweggenommen: Saure Speisen wie Essig oder Zitrone bewirken keine Säuerung des Körpers. Der Säure-Basenhaushalt im Körper wird durch Essig und Zitronen basischer, da beides basisch verstoffwechselt wird. Entscheidend ist nicht, ob etwas sauer schmeckt, sondern was darin steckt. So sind die meisten süßen Lebensmittel säurebildend im Körper, egal ob Zucker oder Mehl und Früchte; vieles Süße säuert. 

 

 

Warum soll aber Saures so wichtig für uns sein, obwohl es doch oftmals unreif, verdorben oder gar giftig ist? Wir wissen heute vor allem, dass die Säure in unseren Speisen die Bauchspeicheldrüse und die gesamte Verdauung anregt. Essig hilft, schwer verdauliches, wie Salat oder Hülsenfrüchte, besser zu verdauen. In einem guten Linseneintopf muss deswegen unbedingt Essig, in eine türkische Linsensuppe Zitrone.

 

 

Natürlich hat Saures noch einiges mehr zu bieten, als nur die Magensäfte anzuregen. In gutem Essig, in Zitrusfrüchten oder in Milchsäure-Produkten sind Vitamine, Mineralstoffe und vieles mehr enthalten.

 

 

Viel mehr geben die Recherchen zur Bedeutung von Saurem in unserer Nahrung aus wissenschaftlicher Perspektive nicht her. Mir reicht das aber, denn wenn Ihr kocht, dann wisst Ihr wie wichtig bei vielen Gerichten die feine Balance aus Süß und Sauer ist, um ein Gericht auszubalancieren. Das uns diese Balance so gut schmeckt, reicht eigentlich schon Sauer zu mögen.  

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