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Omega-3, Fettsäuren und Überfischung

Autor: Tobias / vom 11. März 2014

 

Überdimensionierte Limousinen fahren, in riesige Flatscreens glotzen, All-you-can-eat bis zum Abwinken: Man könnte meinen, heutzutage sei nur noch „big“ auch wirklich „beautiful“. Aber bitte nicht mit uns! Wir zelebrieren in dieser STORY kleinen Fische - und sind der Meinung, dass diese auch in Deutschland groß rauskommen sollten.

 

 

Sardellen (Anchovis), Sardinen, Makrelen oder Heringe werden heute zu 90% als Futterfische verkauft. Das heißt, die Fische werden fast ausschließlich verwendet, um damit Thunfische, Lachse, Schweine oder Hühner zu füttern. Die Bilanz dabei ist eigentlich verheerend: Aus 7 Kilo Futterfisch kann man oft nur 1 Kilo Fisch- oder Schweinefilet produzieren.

 


Das muss nicht sein. Denn eigentlich sind die kleinen Fische selber eine hochwertige Nahrungsquelle. Sie sind super gesund! Weil sie selber Algen fressen, reichern sie weniger Schadstoffe als fischfressende Arten an. Sie sind ein fantastischer Protein-Lieferant und enthalten eine Menge der Omega-3 Fettsäuren DHEA und EPA, die besonders gut fürs Gehirn sind, wie Wissenschaftler der Universität von Kuopio nachgewiesen haben. Die finnischen Forscher untersuchten über 3.600 Probanden über einen Zeitraum von fünf Jahren. Das Ergebnis war erstaunlich: Teilnehmer, die dreimal pro Woche oder häufiger Fischsorten mit einem hohen Anteil an Omega-3 Fettsäuren zu sich nahmen, wiesen ein deutlich niedrigeres Risiko für stille Hirnläsionen auf als Menschen, die weniger oder gar keinen Fisch verzehrten. Bei Teilnehmern, auf deren Speiseplan nur einmal pro Woche Fisch stand, konnten bereits weniger gefährliche Veränderungen festgestellt werden. Natürlich ist es immer schwierig anhand von Ernährungsstudien Rückschlüsse zu ziehen, aber diese lifert eine durchaus interessante Hypothese. Gesündere Leute essen öfter kleine Fische oder Leute die kleine Fische essen sind gesünder. Wie auch immer unsere Fischchen sind auf jeden Fall super lecker. 

 

 

Sie werden für bekannte Saucen verwendet wie in Remoulade und Worcestershire Sauce oder im Dressing für den berühmten Caesar Salad, weil sie sehr Umami sind und die Saucen dadurch ein herrlich intensives Geschmackserlebnis bieten. Sardellen passen außerdem sehr gut zu rotem Fleisch, insbesondere auch zu Lammfleisch. Die Umami-Bestandteile in Anchovis wirken zusammen mit den Umami-Bestandteilen im Fleisch - und steigern das Geschmackserlebnis enorm. Die gefischten Sardellen werden seit Jahrhunderten nach der immer gleichen traditionellen Methode verarbeitet: Nach Anlandung der Fangschiffe werden die Fische ausgenommenen, in Holzfässern mit Salz eingelagert und schließlich beschwert, da für die enzymatische Reifung ein bestimmter Druck erforderlich ist. Nach einigen Monaten bekommt das Fleisch der in Ruhe ausgereiften Sardellen eine zartrosa Färbung und erhält sein ganz besonderes, einmaliges Aroma.

 

Sardinen wiederum sind das erste Produkt überhaupt, das sehr erfolgreich in Konserven vermarktet wurde. Ihren Ruf als relativ kalorienreicher Fisch haben Sardinen eigentlich nicht verdient. Mit nicht mal 5g Fett pro 100g liegen sie zwar etwas über den ganz mageren Seefischsorten, liefern aber bei einer durchschnittlichen Portion von etwa 200 g immer noch erfreulich wenige Kalorien. Vor allem aber ist auch der Omega-3 Anteil im Fett sehr hoch. Als Proteinlieferant wurden sie während der Weltkriege vor allem für die Ernährung der Truppen in Übersee genutzt. Einen Genussartikel stellt man sich anders vor. Nach dem zweiten Weltkrieg waren die Bestände aufgrund von Überfischung und natürlichen Zyklen stark dezimiert. Vielleicht wurden sie aufgrund ihrer Seltenheit wieder spannender? Denn auch heute sind die Sardinenbestände leider schon wieder überfischt. Das liegt aber nicht daran, dass so viele Sardinen in Dosen landen. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 80% der im Pazifik gefangenen Sardinen als Fischfutter für die Tunfischzucht in Mexiko oder Australien benutzt werden.

 

Wir finden auf jeden Fall, dass beide Fische super lecker sind. Und schlagen daher vor, Sardinen und Sardellen direkt zu genießen, statt Thunfisch zu kaufen.

 

 

 

Weiterführende Quellen:

 

↑ Artikel Washington Post 2009 – Sardines Get a Modern Makeover

↑ Artikel New York Times 2012 - The Lowly Anchovy: Customers Finally Take the Bait

↑Artikel 3Sat 2002: Gut nur für die Hersteller: Omega-3-Fettsäuren müssen nicht zusätzlich sein

↑ Artikel Deutschlandfunkt 2008: Fetter Fisch ist gut fürs Gehirn

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