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Kommentar: Low Carb Diät

Autor: Tobias / vom 26. August 2014

 

Steinzeitdiät, Atkinsdiät, Logi-Methode oder wie auch immer die kohlenhydratarme Diät heißen mag, die Verheißung ist vielversprechend: Gesünder, dünner und deutlich höherer Wohlfühlfaktor. Die Idee dahinter: Der Mensch war bis 10.000 v.C. vor allem an Fleisch und Fisch, also proteinreiche Nahrung, sowie Gemüse gewöhnt. Kohlenhydrate gab es kaum, weil der Mensch ja bis dahin keinen Ackerbau betrieben hat und die Nudel insofern noch nicht erfunden war. Deswegen ist der menschliche Organismus nicht an Kohlenhydrate gewöhnt. Soweit die eine Seite der Medaille.

 

Vielleicht sollten wir uns lieber gleich ernähren, wie vor 2 Millionen Jahren?

low carb diät rohes Fleisch essen

 

 

Natürlich hat der Mensch auch vorher schon Kohlenhydrate ind Obst und Getreide zu sich genommen. Außerdem sollte auch bedacht werden, dass die größten Erfindungen der Menscheitsgeschichte eigentlich genau die letzten 10.000 Jahre stattgefunden haben, als wir viel mehr Kohlenhydrate gegessen haben als zuvor. Vielleicht waren gerade Kohlenhydrate für den rasanten Fortschritt verantwortlich? Letztendlich verbrennt unser Gehirn nur Kohlenhydrate und keine Proteine oder Fett. Wenn wir denken, dann brauchen wir Kohlenhydrate!

 

 

Weniger Kohlenhydrate und dafür mehr Proteine? Die Wissenschaft hat festgestellt, dass eine erhöhte Proteinaufnahme und weniger Kohlenhydrate statistisch zu mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt (↑ Spiegel.de). Wahrscheinlich liegt es vor allem am stärkeren Konsum von Fleisch. Fisch mit viel Omega-3-Fetten oder hochwertige Fette in Pflanzenölen sind vielleicht weniger das Problem. Zumindest ist das der aktuelle Stand der Wissenschaft. Wir wissen aber jetzt schon, dass sich auch dieser wieder ändern wird. Auf jeden Fall zeigen Studien, dass Low Carb nicht automatisch mehr Gesundheit bedeutet.

 

 

Betrachten wir noch Mal kurz worin Kohlenhydrate überhaupt stecken: Cola, Wein, Toast, Schokoriegel und viele andere Zuckerformen werden erst seit wenigen Jahrhunderten in großen Mengen konsumiert. In dieser STORY haben wir schon gezeigt, wie das Zusammenspiel zwischen Glucose, Blutzuckerspiegel und Insulin funktioniert und wie hoch die glykämische Last bei diesen sehr leicht verdaulichen Kohlenhydraten ist.

 

 

Mich inspirieren all diese Informationen, wenig Zucker und Weißmehl zu essen. Wenn schon Kohlenhydrate, dann lieber Hartweizen und andere hochwertige Kohlenhydrate, wie Vollkornbrot, Kartoffeln, Reis,... vor allem aber viel Gemüse zu jeder Mahlzeit. Statt 120 Gramm Pasta gibt es nur noch 80 Gramm, diese aber dann als Gourmetpasta mit Al Dente Biss und viel Gemüse und Salat dazu.

 

 

Eine ausgewogene Ernährung scheint bei allen Ernährungstrends noch die beste Chance auf langfristigen Wohlbefinden und Gesundheit. Vorsicht vor dem Rat der Low-Carb-Anhänger „Fett sei kein Problem“. Auch hier ist die Sachlage komplizierter, wie Studien zeigen. Tierische Fette sind problematisch, bei pflanzlich hochwertigen Fetten wie Olivenöl sieht es wiederum anders aus. Last but not least sollte aber jeder Einzelne auf sein individuelles Empfinden hören. Wir müssen lernen unser eigenes Körperbefinden wieder zu deuten, um zu erkennen, was unser Körper wirklich benötigt. Jeder Mensch ist anders und für jeden Menschen sind andere Dinge richtig. Wer absolute Wahrheiten möchte sollte sich an die Religionen halten. Wissenschaft als moderne Form der Religion gehört im Übrigen dazu, denn letztendlich zeigt sich insbesondere bei der Ernährungswissenschaft, dass nichts wirklich bewiesen ist. Der Mensch und die Natur in der er lebt sind einfach zu komplex.