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Der Fleischatlas

Autor: Tobias Stetter / vom 28. Januar 2018

Beim erstmaligen erscheinen des Fleischatlas 2013 spielte Veganismus nur bedingt eine Rolle. Nun, fünf Jahre später hat uns die Veganismuswelle überrollt. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit ihrem Fleischkonsum, haben ihn reduziert oder gänzlich aufgegeben. Anlässlich der „Wir haben es satt“ Demo in Berlin am 20. Januar 2018 wollen wir Euch die neuesten Erkenntnisse aus dem aktuellen Fleischatlas vorstellen. Denn obwohl in Umfragen 88% der Verbraucher bezeugen, dass Sie bereit wären mehr Geld für mehr Tierschutz und die Fleischqualität auszugeben, machen es im Alltag doch nur wenige. Die Politik schiebt, wie in vielen Bereichen das Thema vor sich her und erscheint handlungsunfähig. Einige wenige Großbetriebe mit offensichtlich gutem Draht, auf europäischer und deutscher Ebene, verhindern die Wende. Leidtragende sind kleine Betriebe und die Verbraucher, die mittlerweile mit steigenden Wasserpreisen und anderen Kosten, die auf die Allgemeinheit abgewälzt werden, zu kämpfen haben.

 

Grafik Stickstoffbelastung in Europa aus Fleischatlas 2018/CC-BY 4.0

 

Ein paar Zahlen können die Problematik recht schnell verdeutlichen:

Fleischkonsum macht global betrachtet 17% des Kalorienbedarfs aus, steht aber für den Verbrauch von 77% des Agrarlands. Davon ist immerhin noch 1/3 Ackerfläche. Die restlichen 2/3 sind eher unproblematisch, da Weideflächen. Zukünftige Steigerungen müssen wohl mit neuen Ackerflächen gedeckt werden, obwohl es deutlich besser wäre dort Agrarfrüchte für Menschen zum direkten Verzehr anzubauen. Da bestehende Agrarflächen durch den Klimawandel oder die Übernutzung und Überdüngung der letzten Jahre immer kleiner werden, ist das Ausmaß der Katastrophe greifbar. Auch um den Hunger der Welt zu bekämpfen wäre es wohl sinnvoller weniger Fleisch zu produzieren und auf die industrialisierte Landwirtschaft zu verzichten. Die Behauptung, dass Gentechnik, chemische Düngung und Pestizide die Welt ernähren ist eine reine Farce. Auf Kosten der nächsten Generation werden Böden totgemacht und die Artenvielfalt eingeschränkt.

 

Grafik 12 Lektionen aus Fleischatlas 2018/CC-BY 4.0

 

Das alles ist natürlich schlimm, spielt aber im Fleischatlas eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es um Lösungsansätze aus den bekannten Fakten. Wie also können wir Massentierhaltung und Umweltzerstörung bekämpfen? Als Lösungsansätze werden besprochen:

  •  Eine eindeutige Kennzeichnung zum Tierwohl auf den Produkten: Wie stark belastet das Produkt das ich kaufe das Tierwohl und die Umwelt? Gerade bei Eiern hat eine ordentliche Kennzeichnung in der Vergangenheit schon deutliche Veränderungen beim Konsumverhalten ermöglicht, so dass heute viel mehr Bioeier oder Eier aus Freilandhaltung gekauft werden.       
  • Subventionen ausschließlich für umweltbewusste Betriebe: Die Landwirtschaft wird auch in Europa und den USA hauptsächlich durch Subventionen gestützt. Landwirte sind heute, wie in alten sozialistischen System der DDR oder anderswo, vor allem Bürokraten. 5 Jahrespläne für die EU sind Standard. Wenn aber der Staat schon Subventionen ausschüttet, warum dann an Großbetriebe die die Umwelt verschmutzen und eine Menge Kosten an die Allgemeinheit auslagern.
  • Besteuerung von Pestiziden und Mineraldünger: Bei Benzin hat es schließlich auch geklappt. Pestizide und Mineraldünger verursachen viele Kosten für die Allgemeinheit. Ein Großteil der europäischen Böden ist mit Stickstoff stark belastet. Die Bodenqualität nimmt immer weiter ab.
  • Senkung des Mehrwertsteuerbetrags für pflanzliche Milch auf 7%.
  • Aufklärung und Kampagnen: Wissenschaftliche Fakten und daraus resultierende Kampagnen, die viel Aufmerksamkeit erzeugen
  • Zweitnutzungsrassen wie bei Parmesan von weißen Kühen: Diese sind umweltfreundlicher als speziell getrimmte Tiere, die möglichst viel Eier oder Fleisch liefern, da sie natürlich gefüttert werden können.
  • Gesamte Verwertung von Tieren:  1984 wurden in Deutschland 1,5 kg Innereien gegessen. Heute sind es noch 100gr. Anstatt nur das Filetstück zu verwerten, sollten auch alle anderen Regionen berücksichtigt werden.
  • Falsche Fütterung, macht Rinder zu Klimakillern: Das muss aber nicht sein. Grasende Tiere sorgen für Humus- und Wurzelaufbau und damit auch für die Speicherung von CO2.
  • Insekten als Nahrung: Ähnlich wie bei kleinen Fischen (Siehe Futterfische als Gourmetprodukt) sind auch Insekten extrem proteinreich und gesund.

 

Grafik Niederländischer Gülletourismus aus Fleischatlas 2018/CC-BY 4.0

 

Der Fleischatlas ist eine kurzweilige Lektüre. Die Infos sind wichtig, damit sich in Deutschland jetzt bald etwas ändert. Es geht hier vor allem um Lösungen und nicht um eine apokalyptische Beschreibung des Zustands oder der Zukunft. Ihr könnt dort noch viele andere spannende Dinge entdecken.

 

Grafik Gesamtzuchtwert aus Fleischatlas 2018/CC-BY 4.0

 

Grafik Nischenprodukte mit Vorteilen aus Fleischatlas 2018/CC-BY 4.0

 

Der Fleischatlas zum herunterladen

Der Fleischatlas kann hier bestellt werden: boell.de

Empfehlung: Abonnement Le Monde Diplomatique Deutsche Ausgabe mit dem aktuellen Fleischatlas